Mercedes spendiert seinem Erfolgs-SUV GLE ein umfangreiches Update für das Jahr 2026. Während die Technik unter der Haube immer mehr in Richtung Vollelektrifizierung rückt, stellt sich die Frage: Wie viel echtes Luxus-Feeling aus dem großen Bruder GLS steckt mittlerweile im GLE? Wir haben die Details zu Batterien, Ausstattung und den Schattenseiten des Sterns.
Der neue GLE (Baureihe V167) macht keinen Hehl aus seiner Herkunft. Mit dem neuen „Mercedes-Benz Pattern“ – unzähligen kleinen Sternen im Grill und sogar in den Scheinwerfern – zeigt er Präsenz. Doch hinter der glitzernden Fassade steckt handfeste Technik, die vor allem E-Mobilitäts-Fans aufhorchen lässt.


Die elektrische Performance: Reichweite und Laden
Die Plug-in-Hybride (PHEV) sind das Herzstück der Elektrifizierungsstrategie beim GLE. Besonders der GLE 350 de bleibt der Langstreckenkönig unter den Teilzeitstromern.
- Batterie & Reichweite: Die elektrische Reichweite liegt bei rund 97 bis 100 Kilometern. Das reicht für die meisten Pendler aus, um den Alltag ohne den Verbrenner zu bewältigen. Rein elektrisch beschleunigt der GLE bis zu einer Geschwindigkeit von 140 km/h.
- Lade-Revolution: Ein echtes Alleinstellungsmerkmal in dieser Klasse ist die Ladeleistung. Während 11 kW (AC) Serie sind, kann der GLE optional mit bis zu 60 kW (DC) am Schnelllader geladen werden. Damit ist der Akku in der Zeit eines Kaffeestopps wieder einsatzbereit.
Das Interieur: Superscreen und Google-Power
Im Cockpit dominiert nun der 31,3 Zoll große Superscreen, der aus drei Displays besteht und sogar dem Beifahrer einen eigenen Monitor bietet. Softwareseitig gibt es einen großen Sprung: Mercedes integriert nun Google Maps direkt in das MBUX-System. Damit kombiniert man die bekannte Mercedes-Benutzeroberfläche mit der überlegenen Such- und Navigationslogik von Google.
Ein Pluspunkt für die Ergonomie: Mercedes ist teilweise von den oft kritisierten Touch-Flächen am Lenkrad abgerückt und bringt für Lautstärke und Tempomat wieder physische Walzen zurück.


Fahrwerk: Cloud-Technik gegen Bodenwellen
Der GLE startet serienmäßig auf einem Stahlfahrwerk, ist aber optional mit der Airmatic-Luftfederung oder dem High-End-System E-Active Body Control erhältlich. Letzteres kann jedes Rad einzeln ansteuern. Besonders futuristisch: Der GLE nutzt Cloud-Daten von anderen Fahrzeugen, um die Dämpfer bereits auf Schlaglöcher oder Speedbumps einzustellen, bevor man sie erreicht.
Wo Licht ist, ist auch Schatten: Die Kritikpunkte
Trotz des hohen Preises und des Luxus-Anspruchs gibt es Details, die im Test für Unmut sorgen:
- Haptik-Schwächen: Die zentralen Lüftungsdüsen wirken im Vergleich zum Vorgänger „frickelig“ und weniger hochwertig; metallische Griffe sucht man hier vergebens. Auch die Bedienelemente der Klimaanlage fühlen sich laut Testern nicht dem Preis angemessen an.
- Materialmix: Während oben Leder, Holz und Carbon dominieren, findet man im unteren Bereich der Türen einfaches Hartplastik.
- Ausstattungspolitik: Das Panoramadach ist nun serienmäßig verbaut. Was nach einem Bonus klingt, stößt bei Kunden auf Kritik, die die zusätzliche Hitzeentwicklung oder das Gewicht des Glasdachs ablehnen, aber nun zum Kauf gezwungen werden.
- Preistransparenz: Mercedes hält sich mit den finalen Preisen für das 2026er-Modell noch bedeckt, was eine genaue Kalkulation für Käufer aktuell erschwert.
Fazit
Der Mercedes GLE 2026 ist technisch näher am GLS als je zuvor – vor allem bei den Assistenzsystemen und dem Infotainment. Mit einer 100-km-E-Reichweite und der 60-kW-Ladeoption ist er für E-Mobilitäts-Einsteiger ideal. Wer jedoch die perfekte Verarbeitung bis ins letzte Detail erwartet, wird bei den haptischen Schwächen im Innenraum enttäuscht.
© e-news.ch 2026

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